Beginn des Markusevangeliums
Oliver Achilles
¹ Ἀρχὴ τοῦ εὐαγγελίου Ἰησοῦ Χριστοῦ [υἱοῦ θεοῦ].
¹ Anfang des Evangeliums Jesu Christi [des Sohnes Gottes].
Anfang
Bas van Iersel: Das Buch beginnt mit einem Titel.
Mark. A Reader-Response Commentary (1998) S. 88}
Larry Hurtado: Diese beabsichtigte Verbindung zwischen der Verkündigung Jesu und der sich anschließenden Aussendung seiner Anhänger ist ein weiterer Grund, die Eröffnungsworte in 1,1 Der Anfang [ archē ] des Evangeliums von Jesus Christus auf den gesamten sich anschließende Bericht über Jesus, und nicht nur auf die Einführung in 1,1-15 zu beziehen. Das eigene Handeln Jesu ist bei Markus die archē, der Ursprung und das Fundament des Evangeliums, und damit die maßgebliche Vorlage für seine Anhänger, die berufen sind, das Evangelium in seiner Nachfolge zu verkündigen.
Lord Jesus Christ (2005) S. 309
Eugen Drewermann: Das ist es eigentlich, was wir wissen müssen: wie das Heil beginnt und wie es zu uns kommen kann.
Das Markus-Evangelium (⁷1991) I, 127
des Evangeliums Jesu Christi
Origenes: Weil Christus aber das Wort ist und im Anfang das Wort war, und das Wort bei Gott war, und Gott das Wort war (vgl. Joh 1,1), bedeutet Evangelium Gottes und Evangelium Christi genau dasselbe.
Römerbriefkommentar I,3; Ü: Theresia Heither OSB
Jean Calvin: Daher umfaßt also ‚Evangelium‘ im weiteren Sinne alle Zeugnisse göttlicher Barmherzigkeit und väterlicher Freundlichkeit, die Gott einst den Vätern gegeben hat; in besonderer Weise bezeichnet aber ‘Evangelium‘ die Offenbarung der in Christus uns dargebotenen Gnade.
Institutio II,9,2; Ü: Otto Weber
Martin Luther: Da siehst du, daß das Evangelium eine Erzählung von Christus ist, Gottes und Davids Sohn, gestorben und auferstanden und zum Herren gesetzt, was die ganze Summe des Evangeliums ist. Wie nun nicht mehr als ein Christus ist, so ist und kann nicht mehr als ein Evangelium sein.
Ein kleiner Unterricht, was man in den Evangelien suchen und erwarten soll, WA 10,1,1,10; Hg. von Kurt Aland
[des Sohnes Gottes]
Bart D. Ehrman: Um ein adoptionistisches Verständnis dieser Amtseinführung zu vermeiden, nahmen frühe orthodoxe christliche Schreiber eine leichte Veränderung an den Eröffnungsworten des Markus vor, so dass sie nun die Stellung Jesu als Sohn Gottes vor seiner Taufe und sogar vor der Erwähnung von Johannes dem Täufer, seinem Vorläufer, bestätigten.
Orthodox Corruption of Scripture, (1993) S. 75.
Tommy Wassermann/Peter J. Gurry: Die prägenealogische Kohärenz zu jeder Lesart legt nahe, die längere Lesart als den ursprünglichen Text des Markus-Evangeliums zu bevorzugen. Das wiederum bedeutet, dass Markus beabsichtigte, seine Leser sein Evangelium mit einem Blick auf Jesus als ‚den Sohn Gottes‘ beginnen zu lassen.
A New Approach to Textual Criticism (2017) S. 50