⁷ Καὶ ἐκήρυσσεν λέγων· ἔρχεται ὁ ἰσχυρότερός μου ὀπίσω μου, οὗ οὐκ εἰμὶ ἱκανὸς κύψας λῦσαι τὸν ἱμάντα τῶν ὑποδημάτων αὐτοῦ. ⁸ ἐγὼ ἐβάπτισα ὑμᾶς ὕδατι, αὐτὸς δὲ βαπτίσει ὑμᾶς ἐν πνεύματι ἁγίῳ.

⁷ Und er verkündete, indem er sagte: Der Stärkere als ich kommt hinter mir, dessen ich nicht fähig bin, gebückt zu lösen den Riemen seiner Sandalen. ⁸ Ich tauchte euch mit Wasser ein, er aber wird euch in Heiligen Geist eintauchen.

Der Stärkere hinter mir

Septuaginta: Da sagte Elija dem Elisa: Bitte, was ich dir tun soll, bevor ich aufgenommen werde von dir weg! Und Elisa sagte: Es werde doch der Geist, der auf dir (liegt), mir doppelt zuteil. Und Elija sagte: Du hast es mit deiner Bitte schwer gemacht. Nur wenn du siehst, wie ich von dir weg emporgenommen werde, wird es dir so geschehen.
4 Kön 2,9b-10a Antiochenischer Text

Rudolf Bultmann: Wahrscheinlich ist auch der Satz vom Stärkeren, den Mk 1,7 vor das Wort von den Taufen, Q (Mt 3,11b; Lk 3,16b) mitten hineinstellt, ein christlicher Zusatz, in dem sich die Rivalität zwischen der christlichen Gemeinde und den Johannes-Jüngern spiegelt.
Geschichte der synoptischen Tradition (⁹1979) S. 262

Den Riemen seiner Sandalen

Chrysostomos: Deshalb sagt er eben nicht [ich bin nicht würdig] die Sandalen [zu lösen], sondern nicht einmal die Riemen, die das letzte von Allem zu sein scheinen.
Kommentar zum Matthäus-Evangelium XI,4

Taufe mit Wasser und Geist

Origenes: Christus tauft daher nicht im Wasser, sondern seine Jünger (vgl. Joh 4,2). Er achtet darauf, mit dem Heiligen Geist und mit Feuer zu taufen.
Kommentar zum Johannes-Evanglium VI,125

Hieronymus: Aber der Fluss Gottes ist immer voll, ist immer gleichmäßig. Darüber wird gesagt: Die Strömung des Flusses erfreut die Stadt Gottes (Ps 45,5 LXX) Denn was ist der Unterschied zwischen dem Wasser und dem Heiligen Geist, der über den Wassern schwebte? Wasser ist das Hilfsmittel des Menschen, der Geist aber ist das Geheimnis Gottes. Daher ist geschrieben: der Geist Gottes schwebte über den Wassern (Gen 1,2). Es heißt über, nicht unter.
Kommentar zum Evangelium nach Markus

Larry Hurtado: Diese Aussage ist vor dem Hintergrund der Verheißungen des AT von einer Zeit zu verstehen, in der Gott seinen Geist allen Menschen verleiht, der ihnen eine besondere Nähe zu ihm und dadurch das Geschenk der Erlösung gibt. (Vgl. Joel 2,28-32; Ez 36,22-32; Jer 31,31-34) Offensichtlich ist der Heilige Geist keine Flüssigkeit, und die Ausdrucksweise der 'Taufe' mit dem Heiligen Geist ein Bild, das beabsichtigt, beides zu verbinden: die kommende Erlösung mit der eigentlichen Sendung des Johannes, zu taufen - und gleichzeitig die Überlegenheit des einen über den anderen durch den Unterschied von Heiligem Geist und Wasser hervorzuheben.
Mark (1989) S. 32